25.08.2019 - 15:27

Und es gibt sie doch:

SAUBERE UND BILLIGE ENERGIE DURCH KALTE KERNREAKTION

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 Eintragerstellt am 25.05.2019 - 08:20 von Admin [Kategorie: Infos]

Wenn heutzutage - und auch schon früher - über eine theoretische Erklärung zu LENR gesprochen wird, galt und gilt als einzig wahrscheinlich richtige Erklärung die sog. Widom-Larsen-Theorie. Sie erklärt, das LENR in Wirklichkeit keine 'Phänomen' ist, sondern den bestehenden Gesetzen der Physik entspricht. Mit all' seinen Besonderheiten: Der offensichtlichen Überwindung der Coulomb-Barriere (ohne das Kerne fusionieren), der Gewinnung von Energie (ohne schädliche Strahlung und ohne nukleare Abfallstoffe) usw.

Die Erklärung des Vorganges ist kompliziert. Eine Schlüsselrolle spielen dabei sog. "ULM" = Ultra Low Momentum Neutronen, von denen gesagt wird, dass für sie keine Coulomb-Barriere existiere. Weil dieser kurze Satz zu stark vereinfacht, empfehle ich interessierten Fachleuten das Studium einer Präsentation der W/L Theorie, die vom amerikanischen Militär (DTRA-Defense-Threat-Reduction-Agency wörtlich übersetzt: Verteidigungs-Bedrohungsreduzierungs-Agentur) autorisiert wurde. Diese Autorisierung entnehme ich jedenfalls der ersten 'Folie':



Übersetzung: U.S. Defense Threat Reduction Agency (DTRA) positiv bewertete Widom-Larsen-Theorie der LENRs im offiziellen Bericht, der ursprünglich im März 2010 veröffentlicht wurde. Nicht klassifizierte Dokumente wurden kürzlich in den USA öffentlich zugänglich gemacht, und zwar auf der Website der digitalen Bibliothek von Homeland Security.
Zitat aus Schlussfolgerungen: "Könnte die W-L-Theorie der Durchbruch sein, der notwendig ist, um LENR als eine der wichtigsten Quellen für kohlenstofffreie, umweltfreundliche und kostengünstige Kernenergie zu positionieren?"
Screenshots von wichtigen Folien aus dem jetzt veröffentlichten DTRA-Dokument, die hierin wiedergegeben werden.

Am Schluß ist Lewis Larsen (Präsident und Vorstandsvorsitzender der Lattice Energy LLC) als Verfasser der Charts genannt. Hier ist der Link zu den Charts.

Lewis Larsen hat kürzlich einen weitgefaßten Überblick über die LENR-Situation gegeben und dabei sein besonderes Augenmerk auf die Situation in Japan gerichtet, über die ich am 18.5.19 ebenfalls berichtet hatte.

Ich hatte daraufhin einen sehr freundlichen Mail-Kontakt zu Lewis Larsen, der mir erlaubt hat, Inhalte seiner Analyse zu übernehmen und mir auch weitere Hinweise gegeben hat.


Lewis Larsen:



LENRs enable green radiation-free nuclear power and propulsion

(LENRs ermöglichen umweltfreundliche, strahlungsfreie Kernenergie und Antriebe.)


Hier jetzt einige wichtige Auszüge aus dem o. g. Artikel:

"Die Geschichte von LENRs reicht fast 100 Jahre zurück und umfasst sogar Albert Einstein. Die Geschichte der Neutronenreaktionen mit extrem niedriger Energie (LENRs) ist überraschend lang; Forscher sind seit Anfang des 20. Jahrhunderts episodisch und unwissentlich auf LENR-bezogene Effekte gestoßen. Die meisten wussten nicht, dass sie Kernprozesse beobachteten, da energetische Neutronen- und/oder Gammastrahlenemissionen, die bekannte Spalt- und Fusionsreaktionen charakterisieren, fehlten. 1951 hatte Cornell-Doktorand Ernest Sternglass und Albert Einstein eine unglaubliche Begegnung mit LENRs.

Nachdem Sternglass einen theoretischen Aufsatz von C.G. Darwin aus den 1920er Jahren gelesen hatte, glaubte er, dass Neutronen möglicherweise durch direkte Reaktion von Protonen mit Elektronen bei niedrigen Energien in Tabletop-Experimenten erzeugt werden könnten. Er und Prof. Lyman Parratt bauten eine mit Wasserstoff gefüllte Röntgenröhre, um diese radikale Idee zu testen. Schockierenderweise fand Sternglass klare indirekte Hinweise auf die Produktion von Neutronen mit niedriger Energie. Niemand in Cornell, darunter die legendären Physiker Hans Bethe und Richard Feynman, konnte verstehen, warum diese Experimente funktionierten.

Bethe schlug vor, dass Sternglass nach Princeton reist und seine unerklärlichen Ergebnisse direkt mit Einstein diskutiert. Nach der Prüfung von Sternglas' Daten, dachte Einstein, dass es durch kollektive Quanteneffekte mit Elektronen erklärt werden könnte; er ermutigte Sternglass dringend, mehr Experimente durchzuführen und seine Arbeit zu veröffentlichen. Einige Zeit nach der Rückkehr zu Cornell kursierten Gerüchte um die Physikabteilung, dass Sternglass sehr zweifelhafte Forschungen verfolgte. Aus Angst vor Kontroversen, die die Vergabe seines Doktortitels verzögern oder verhindern könnten, stoppte Sternglass seine Experimente zur Neutronenproduktion, beendete seine Doktorarbeit zu Gunsten eines sichereren Themas und veröffentlichte die Neutronendaten nie in einer Zeitschrift. Ironischerweise wurde Einstein's atemberaubende intuitive Hypothese effektiv in die vielteilige kollektive Widom-Larsen-Theorie der LENRs integriert, die 54 Jahre später im Jahr 2005 veröffentlicht wurde."

"Bis 1990 hatte die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler, Regierungen und Großunternehmen weltweit das Interesse an der "kalten Fusion" verloren. Das Fiasko von Pons und Fleischmann verblasste allmählich in der Erinnerung.

Das galt nicht für Japan. Nach 1991 blieb nur die japanische Regierung ernsthaft an LENR interessiert und leistete programmatische Unterstützung über die Token-FuE-Finanzierung hinaus. Auf Unternehmensseite verfolgten Mitsubishi Heavy Industries, Toyota Central Research Laboratories und Technova weiterhin bescheiden finanzierte experimentelle FuE-Programme in LENRs. Die Veröffentlichung der Ergebnisse auf Konferenzen und in einigen peer-reviewed Journalen machte langsame, sorgfältige, schrittweise Fortschritte und meldete in den letzten 29 Jahren gelegentlich Patente an. Neben kleinen F&E-Gruppen bei Mitsubishi und Toyota arbeiteten weltweit unter 200 Forscher weiterhin Vollzeit an LENR-Experimenten und Theorien. Sie bestanden hauptsächlich aus professionellen Wissenschaftlern und einigen Amateuren, die ihre Forschung und Entwicklung an einer Vielzahl von Universitäten, staatlichen und gemeinnützigen Labors, kleinen Start-up-Unternehmen und privaten Heimlabors in den USA, Japan, Russland, Frankreich, Italien, China, Indien und Israel durchführten."

"Wie ist die heutige Situation:
Hochmoderne Nanotechnologie-, Unternehmens- und akademische Wissenschaftler, die im von der japanischen Regierung geförderten NEDO-Projekt arbeiten, haben in jüngster Zeit große Fortschritte bei der Überwindung bisher hartnäckiger experimenteller Probleme bei der Entwicklung von LENRs erzielt, die die Grundlage für eine bahnbrechende "grüne", strahlungsfreie Kernenergie darstellen.
Im Jahr 2015 organisierte und finanzierte die japanische Regierung New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) ein von Technova verwaltetes LENR-Projekt zur Herstellung und Prüfung von thermischen Geräten im Nanobereich. Teilnehmer: Mitsubishi Heavy Industries, Toyota und Nissan Motors; Universitäten waren Tohoku, Nagoya, Kobe und Kyushu. NEDO-Projektforscher erhöhten die typische LENR-Überschusswärmeproduktion von Milliwatt auf Watt. Diese Verbesserung ist um das 1.000fache besser als die bisherigen Best-Practice-Ergebnisse. Die Wiederholbarkeit der Überschusswärmeerzeugung wurde von unter 10 - 20% vorher auf >70 bis 80%. erhöht.

Diese Errungenschaften führten dazu, dass die LENR-Technologie in 2,5 Jahren von TRL-3 auf TRL-4 umgestellt werden konnte, was Kosten von <54 Millionen US-Dollar verursachte. (TRL steht als Abkürzung für: Technology Readiness Level, eine Skala zur Bewertung des Entwicklungsstandes neuer Technologien.) Forscher haben kürzlich ihre Einschätzung veröffentlicht, dass die thermische Leistung der LENR-Vorrichtung bereits das 1.000fache derjenigen von Benzin übersteigt."

"Für weitere Schritte bei der Kommerzialisierung von LENRs für zukünftige Energie- und Antriebstechnologien ist zusätzliche Nanotechnologie notwendig, um von den heutigen kleinen, aber feinen Unternehmen zu profitieren.
Technologen müssen eine hochvolumige kosteneffiziente Herstellung von rational gestalteten Nanostrukturen erreichen. Diese Nanostrukturen müssen dann in der Arbeitsumgebung der LENR-Reaktoren in unmittelbarer Nähe zu den Zielbrennstoffen wie Lithium, Nickel, aromatischem Kohlenstoff (Benzol) usw. platziert werden. Sobald die kostengünstige Herstellung und Langlebigkeit von Geräten mit hoher Ausbeute erreicht ist, kann die Gesamtleistung der LENR-Reaktoren erhöht werden: (1) Erhöhen der projektierten Flächendichten von Vorläufern zu LENR-aktiven Stellen auf fabrizierten Nanostrukturen; und/oder (2) Einspritzen größerer Mengen von Zielbrennstoff-Nanopartikeln, die Vorläufer aufnehmen, in großvolumige Reaktionskammern, die Wasserstoffgas enthalten. Standardmäßige Energieumwandlungs-Subsysteme, die für bestimmte Anwendungen geeignet sind, können ausgewählt und mit handelsüblichen LENR-Wärmequellen integriert werden, um eigenständige Stromerzeugungssysteme zu schaffen."

"Die Energiedichten zukünftiger kommerzieller LENR-Kraftstoffe wären > 5.000x größer als bei Benzin.
(Die LENR-Laborgeräte des japanischen NEDO-Projekts haben bereits 1.000x Benzin erreicht);"

"Strahlungsfreie LENR-Stromerzeugungssysteme würden für den sicheren Betrieb keine schweren, teuren Strahlenschutz- und Containmentsysteme erfordern. Folglich könnten LENR-basierte Systeme wesentlich kleiner und kostengünstiger sein als Spalt- oder Fusionsreaktoren und sicher genug für den Einsatz in ungeschirmten Systemen, die für Kraftfahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge und Raumfahrzeuge geeignet sind. Das Fehlen von Strahlung würde auch die Entwicklung batterieähnlicher tragbarer LENR-Antriebssysteme ermöglichen, die in direktem Wettbewerb mit Batterien und Brennstoffzellen stehen. Mögliche zukünftige nanopartikuläre LENR-Zielkraftstoffe sind unter anderem Nickel-, Lithium- und aromatische Kohlenstoffmoleküle.
Die LENR-Energiedichte hätte bahnbrechende Auswirkungen auf das Luft- und Raumfahrzeugdesign. Die Kommerzialisierung von LENRs würde die Ausweitung der Kernkraft auf eine große Bandbreite von Landfahrzeugen, Flugzeugen, Wasserfahrzeugen und Raumfahrzeugen ermöglichen. Antriebssysteme für die Luft- und Raumfahrt, die auf der Verwendung von extrem energieintensiven LENR-Kraftstoffen basieren, wären ein entscheidender Schritt."

Wie nicht anders zu erwarten, steht Lewis Larsen anderen LENR-Entwicklern, wie z. B. Andrea Rossi, ( https://ecat.com/ ) die die Theorie dem praktischen Versuch unterordnen, eher skeptisch gegenüber. Dennoch gibt es offensichtlich verschiedene, vielversprechende Ansätze mit LENR zu Ergebnissen zu kommen und ohne Zweifel ist Rossi mit seiner "naßforschen" Vorgehensweise am weitesten. Allerdings läuft er auch Gefahr, zu jeder Zeit von Forschern wie Leif Holmlid oder Randell Mills überholt zu werden, was wohl auch seine Hektik bei der Entwicklung und Markteinführung des Ecat erklärt.

Holmlid ( http://www.norrontfusion.com/ ) und Mills ( https://brilliantlightpower.com/ ) haben bei der Entwicklung ihrer Technologien der Theorie und Praxis den gleichen Rang eingeräumt, bzw. der Theorie sogar den Vorrang gegeben. Das macht sich auf Dauer bezahlt, denn wenn die theoretische Seite "klar" ist, fallen die Folgeschritte leichter und eröffnen zusätzliche Perspektiven.

Lewis Larsen hat seine Forschungsarbeit völlig auf die theoretische Seite von LENR konzentriert und damit letztendlich Erfolg gehabt. Was ihm jetzt fehlt, ist der wirtschaftliche Erfolg durch die erfolgreiche Entwicklung und Vermarktung eines eigenen Produktes.

Bisher ist es ihm offensichtlich nicht gelungen Geldgeber zu finden, die solch ein Projekt finanzieren. Immerhin handelt es sich dabei um hohe Millionenbeträge und auch um die Geduld, während der mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsphase auf Erträge zu verzichten. Im Grunde wären die Forschungsarbeiten von Lewis Larsen die ideale Grundlage zu einer eigenständigen LENR-Politik, sei es für Industriekonzerne oder Staaten. Es ist kurzsichtig, diese Chance nicht wahrzunehmen.

Auf Unterstützung von staatlicher Seite zu hoffen ist wohl vergebens. Nicht nur in den USA, aber besonders dort, hat man sich daran gewöhnt, hohe Einnahmen durch den Vertrieb von Kohle- und Mineralöprodukten zu erzielen. Ganz zu schweigen von den Erträgen, die man durch Verteuerung bei der Verteilung zentral erzeugter Energie erzielen kann. Eine dezentrale Energieversorgung, deren Rohstoffe sich kaum verteuern und verknappen lassen, ist nicht die Idealvorstellung von Konzernen und Staaten. Das solche Staaten gleichzeitig "die Fackel der Demokratie" vor sich hertragen ist beschämend.

Anmerkung: Die Übersetzung der Texte von Larsen erfolgte auszugsweise und teilweise sinngemäß. Verbindlich sind nur die englischen Originaltexte.

P.S: Ich hätte gerne ein von Lewis Larsen autorisiertes Photo gezeigt, aber er zeigt sich nicht gerne in der Öffentlichkeit. So macht man dann eben aus der Not eine Tugend und, mit einem leichten Augenzwinkern, zeige ich gerne das Foto das er mir zu Verfügung gestellt hat:


Credit: Lloyd DeGrane Photography - Chicago

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